"Weltgestalter und Welterklärer - Experten in der technischen Moderne"
von Torsten Hänel in VeranstaltungenWährend Sozialsysteme auf der einen Seite von Experten und deren spezifischem Wissen abhängig sind, wird der Experte im Kontext seiner Einbindung in eben jene Systeme mit bestimmten Rollenerwartungen sowie -zuschreibungen konfrontiert und ist nicht ohne eine Form von gesellschaftlicher Anerkennung denkbar. Medial entsprechend inszeniert, kann der Experte im öffentlichen Diskurs zur unhinterfragbaren Autorität stilisiert und damit als Person transzendiert werden. Ob der Beitrag des Experten zur Bearbeitung gesellschaftlicher Fragestellungen herangezogen wird und somit als Basis gemeinsinnigen Handelns dienen kann, hängt auch von Erfolg oder Misserfolg dieser Inszenierung ab.
Die Figur des Experten als vermeintlicher Welterklärer mit weitreichenden Geltungsansprüchen ist Gegenstand der Tagung im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsclusters von Baugeschichte, Technikgeschichte und evangelischer Theologie. Dementsprechend soll insbesondere das Expertentum von Architekten, Ingenieuren und Theologen im Kontext der technischen Moderne ab etwa 1850 in systematischer und historischer Perspektive diskutiert werden. Im Zentrum des Interesses stehen dabei Selbstbilder, Zuschreibungen, Erwartungen und Mittel der Inszenierung sowie Transzendierung von Experten.
Zeit: 29.03.2012-31.03.2012
Ort: TU-Dresden, HSZ 304
Ansprechpartner: Rut Maria Gollan, Uwe Frauenholz, Katharina Neumeister
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